Seit Jahrtausenden gilt der Hund als treuer Begleiter des Menschen. Von seinen Anfängen als Wildtier entwickelte sich der Hund vom praktischen Jagdhelfer zum liebenswerten Gefährten. Im Laufe dieser Entwicklung übernahm der Hund die verschiedensten Funktionen. Aber so vielfältig die Aufgaben auch sind, die der Hund hat - sei es als Jagdhund, Blindenhund, Wachhund oder Spürhund – für viele Menschen sind heute andere Dinge wichtig: ein Hund ist Freund, ein Hund ist Spielgefährte, ein Hund macht ganz einfach Freude. In vielen Haushalten ist der Hund heute ein vollständiges Familienmitglied, wird als Welpe mit den Kindern groß und als erwachsener Hund mit den Eltern alt. Der Hund ist ein Teil unseres Lebens geworden. Wer könnte schon den Kulleraugen eines Welpen widerstehen? Und ist nicht schön, nach einem anstrengenden Tag schwanzwedelnd von seinem Hund begrüßt zu werden?
Ein Hund hat seine eigenen Bedürfnisse. Das zeigt er uns bereits als Welpe. Wer sich einen Hund anschaffen möchte, sollte sich absolut sicher sein, dass er in der Lage ist, diese Bedürfnisse zu erfüllen. Der Anblick eines süßen Welpen ist als Kaufmotivation sicherlich zu wenig. Ein Hund wird im Durchschnitt zwischen zwölf und 16 Jahre alt. Das sollte man nicht vergessen, gerade wenn man beabsichtigt, einen Hund als Welpen zu erwerben. Ein Hund braucht Bewegung, angemessenes Futter, tierärztliche Versorgung und Körperpflege. Vor allem aber braucht ein Hund Zeit und Aufmerksamkeit. Das gilt natürlich für einen Welpen in besonderem Maße. Aber weder übertriebene Liebe, noch übermäßige Strenge tun einem Hund gut. Natürlich ist jeder Hund anders, und was einem Hund gut tut, kann natürlich je nach Rasse variieren. Als Welpen jedoch haben fast alle Hunde ähnliche Bedürfnisse. Deshalb ist gerade die Welpenzeit so wichtig. Aber egal ob Welpe oder erwachsener Hund, wichtig ist die artgerechte Haltung. Und artgerecht heißt, sie sollte nicht dem Menschen, sondern dem Hund gerecht werden.
Wenn die Entscheidung für den Hund gefallen ist, steht der zukünftige Hundebesitzer meist vor der Frage, ob er sich einen ausgewachsenen Hund oder einen Welpen anschaffen soll. Für den erwachsenen Hund spricht, dass dieser unter Umständen schon eine Erziehung genossen hat und viele Dinge, die ein Hund wissen muss, bereits gelernt hat. Für den Welpen spricht, dass man gewissermaßen mit dem Hund wächst. Man bekommt die Entwicklung des Welpen von Anfang an mit, kann seine Erziehung selbst bestimmen. Gerade wenn man einen Welpen zu sich nimmt, gilt es aber einige grundlegende Dinge zu beachten. Zunächst einmal sollte man sicher sein, dass der Welpe aus guter Hand kommt. Das kann man oft schon daran sehen, ob die Trennungszeit von mindestens acht Wochen eingehalten wird. Kein Welpe sollte früher von seiner Mutter getrennt werden. Wichtig auch, dass der Welpe die notwendigen Impfungen (üblicherweise die Grundimpfungen gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose und Parvovirose), nebst einer mindestens dreimaligen Entwurmungskur erhalten hat. Von einem Züchter oder Verkäufer, der diese Standards für seine Hunde und Welpen nicht garantieren kann, ist abzuraten.
Hat man sich für Welpen entschieden und ihn nach Hause geholt, beginnt eine aufregende Zeit. Für den Besitzer, aber mehr noch für den Welpen. Viele Dinge sind zu beachten. Ein Welpe braucht eine besondere Ausstattung. Dazu gehören ein speziell für Welpen geeignetes Halsband, eine auf Welpen abgestimmte Leine oder eine für Welpen geeignete Futter- und Trinkschale. Auch auf die Wahl des Schlafplatzes für den Welpen sollte ein besonderes Augenmerk gelegt werden. Wichtig ist dabei vor allem, dass der Welpe einen Rückzugsort bekommt. Dazu genügen anfangs einfache Mittel wie Kartons, Decken oder Tücher, aus denen sich der Welpe selbst ein Lager herrichten kann. Es muss nicht gleich das neueste extra für Welpen designte Körbchen sein. Von großer Bedeutung ist natürlich auch eine auf Welpen abgestimmte Ernährung. Hier wird für den Welpen der Grundstein für seine spätere Gesundheit als erwachsener Hund gelegt. Auf jeden Fall ist es ratsam, sich in punkto Nahrung für Welpen fachlichen Rat vom Tierarzt oder einem erfahrenen Züchter zu holen.
Jeder Hund, und ganz besonders jeder Welpe, braucht Zeit, sich an seine neue Umgebung zu gewöhnen. Man darf nicht vergessen, dass der Welpe zum ersten Mal in seinem Hundeleben von seiner Mutter und seinen Geschwistern getrennt ist. Man sollte ihm deshalb die nötige Zeit und Ruhe geben, sich in sein neues „Rudel“ einzugewöhnen.
Man sagt, dass ein erwachsener Hund nur noch bedingt Dinge lernen kann, die man versäumt hat, ihm als Welpen beizubringen. Das ist sicher richtig. Je früher sich der Welpe an bestimmte Abläufe gewöhnt, um so selbstverständlicher funktionieren sie beim erwachsenen Hund. Aber natürlich kann man auch einem ausgewachsenen Hund noch Dinge beibringen. Einige Marotten, die er sich als Welpe angewöhnt hat, wird man ihm vielleicht nie austreiben können. Aber der Hund ist ein Rudeltier und gewohnt, sich einer bestimmten Rangordnung zu unterwerfen. So wie diese Rangordnung sich im Hunderudel ändern kann, so kann auch der erwachsene Hund sich ihr immer neu anpassen. Wichtig – und das gilt für den Welpen wie für den ausgewachsen Hund gleichermaßen – sind klare Regeln und ihre konsequente Einhaltung. Der Hund und auch schon der Welpe erkennt schnell die Schwachstellen der Rangordnung und versucht sie für sich auszunutzen. Und was für jede Erziehung gilt, das gilt gerade in der Erziehung von Hund und Welpe. Die Regeln müssen klar abgesteckt sein. Der Hund und auch bereits der Welpe muss die Folgen der Regelübertretung (Strafe) und der Regeleinhaltung (Lob) verinnerlichen. Dieses Wechselspiel von positiver und negativer Verstärkung hilft dem Hund, hilft dem Welpen, seinen Platz innerhalb der Rangordnung zu finden. Vor allem das Loben ist wichtig. Jeder Hund und natürlich erst recht jeder Welpe liebt Lob. Wenn er gelobt wird, entspannt ein Hund sich leichter, und in einer entspannten Atmosphäre lernt auch der Welpe viel schneller.